Troubles, Erlöser, die 95 Prozent und die glaubwürdige Alternative

liebe sozialdemokraten

Mirko Messner, Bundessprecher der KPÖ und Spitzenkandidat für KPÖ PLUS, über die Troubles der SPÖ als Sittenbild der österreichischen Politik. Und über die einzige verlässliche und glaubwürdige soziale Alternative.

Die Troubles der SPÖ mit der Silberstein- und Facebook-Affäre sind ein Sittenbild der österreichischen Politik und nicht nur des laufenden Wahlkampfes. Die Parlamentsparteien regieren gegen oder an den Interessen der Bevölkerungsmehrheit vorbei, machen gemeinsam Politik im Interesse der fünf Prozent.

Sie haben keinerlei Skrupel, die Rechtsextremen zu umwerben und ihre Positionen zu übernehmen. Zu wenig unterscheidet die Positionen der Koalitionsparteien. Je weniger sie aber unterscheidet, umso mehr und heftiger geht es um Personen, die vor allem um die besseren Sitzplätze in den Vorzimmern der Konzerne konkurrieren.

Deswegen bezieht die Sozialdemokratie auch ihre Mitgliedschaft in keinerlei politische Debatte mehr ein. Sie setzt stattdessen wie die anderen auf den Einsatz von Werbebüros, auf „Söldner” aus der Werbebranche, die gestern für die eine und heute für die andere Partei ihren Job machen. So werden uns Bilder von Erlösern aufs Aug gedrückt, die gestylt sind wie Schutzengerln über dem Schlafzimmerbett, Bilder von Massenveranstaltungen im Stil von Sekten oder amerikanischen Fernsehpredigern. Die Sozialdemokratie schwimmt in diesem Rechtstrend mit und verliert dabei ihre letzten kenntlichen Gesichtszüge.

Um meinen auf der Bundesliste kandidierenden Genossen Wolf Jurjans zu zitieren: „Das kleinere Übel wird die SPÖ in diesem Wahlkampf nimmer.” Dem ist nur noch ein Wort hinzuzufügen, gerichtet an die sozialdemokratisch Engagierten und aufs Neue Enttäuschten: Kein Grund zum Verzweifeln, aber viele Gründe, am 15. Oktober KPÖ PLUS zu wählen, deren hunderte KandidatInnen in allen Bundesländern die einzige verlässliche und glaubwürdige soziale Alternative darstellen - sie repräsentieren die Interessen der 95 Prozent, zu denen sie selbst gehören, ebenso wie die Mehrheit der SozialdemokratInnen.

An die verbliebenen aufrechten Mitstreiterinnen in der SPÖ habe ich heute auf in einem offenen Brief folgendes Angebot gerichtet, dass ich auch hier gerne wiederhole:

Liebe Sozialdemokraten, liebe Sozialdemokratinnen,

das SPÖ Wahlkampfteam hat in den letzten Tagen und Wochen wiederholt bewiesen, dass die SPÖ unter ihrer aktuellen Führung bei dieser Wahl keine Alternative ist. Die jüngsten Enthüllungen und Skandale machen das aufs Neue deutlich. Auch der absehbare Wechsel an der Spitze von Kern zu Doskozil bedeutet einen weiteren scharfen Rechtsruck der SPÖ.

Wir wissen natürlich, dass die aktuelle Parteispitze nicht für die gesamte SPÖ steht. Es gibt auch in der SPÖ noch immer viele sozial engagierte Menschen, die nun enttäuscht sind. Enttäuscht, weil sie sich - so wie wir - für einen grundsätzlichen Kurswechsel im Sinne der Vielen und nicht der Wenigen einsetzen. Ganz im Sinne der Ursprünge aus der Arbeiterbewegung, die wir teilen.

Euch laden wir hiermit ein, sich bei uns einzubringen. Nicht nur am 15. Oktober durch ein Kreuz bei KPÖ PLUS, sondern auch danach. Denn die Zeit ist reif für den Aufbau einer demokratischen und sozialen Alternative. Wir wissen, unser Angebot ist nicht perfekt - wir haben noch einen langen Weg vor uns. Doch versuchen wir gemeinsam einen nächsten Schritt. Die Zeit drängt.

Eine Stimme für diese SPÖ ist eine verlorene Stimme für einen sozialen Kurswechsel!

In Freundschaft!

Euer Mirko Messner

PS: Eine halbe Million Euro soll allein die Facebook-Schmutzkübelkampagne gekostet haben (mehr als dreimal so viel wie das gesamte Wahlbudget von KPÖ PLUS). Nicht zufällig fordern wir die Halbierung der Parteienförderung, die zu den höchsten weltweit gehört.

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  • commented 2017-10-02 20:43:37 +0200
    Sehr gut geschrieben! Das die SPÖ keine Alternative ist und jemals war, wird immer mehr und mehr klar.
  • followed this page 2017-10-02 20:42:53 +0200